(Aus dem Buch "Bittgebete" vom Islamischen Zentrum Hamburg,
vollständig überarbeitet von einem Leser)
Imam Husains (a.)
Bittgebet für den Tag von
Arafat
Diese Worte richtete Imam Hussein (a.) am 9. Tag der
Pilgerfahrt an
seinen Herrn und die besondere Stimmung dieses Tages, an dem die
Pilger
betend und den
Heiligen Qur'an rezitierend auf den Berg
Arafat verweilen ist in
diesem
Bittgebet deutlich spürbar:
Lob gebührt Allah, dessen Entscheidung niemand abwenden und
dessen Gabe niemand verhindern kann. Niemand kann es Ihm in
der Gestaltung der Dinge gleichtun, und Er ist der Großzügige,
der Allumfassende. Er brachte die Vielheit nie zuvor da
gewesener Geschöpfe hervor und vervollkommnete durch Seine
Weisheit alle Seine Werke. Keine Andeutung bleibt Ihm
verborgen, und nichts Anvertrautes geht bei Ihm verloren. Er
vergilt jedem Wirkenden und leitet jeden Zufriedenen und
erbarmt sich all jener, die demütig flehen. Er hat die
Wohltaten und die allumfassende Schrift in strahlendem Licht
herabgesandt. Er erhört die demütigen Bitten, entfernt Sorgen,
erhöht die Stufen, schmettert die Tyrannen nieder.
Denn es gibt keinen Gott außer Ihm und nichts ist Ihm
gleich: „Nichts gibt es Seinesgleichen und Er ist der Hörende,
der Sehende“, der Kenner der verborgensten Regungen, der
Wachsame, „und Er vermag alle Dinge zu tun.“
O Allah, ich mach Dich zu meinem Verlangen und ich bezeuge
Deine Herrschaft, indem ich anerkenne, dass Du mein Herr bist
und ich zu Dir zurückkehre. Du hast mich durch Deine Gnade
entstehen lassen, als ich noch nichts Nennenswertes war. Du
hast mich aus Staub erschaffen und mir einen Platz in den
Lenden (meiner Väter) gegeben, sicher vor der Ungewissheit des
Schicksals und dem Wandel der Zeiten und Jahre. Denn blieb ich
nicht ein Reisender von der Lende zum Mutterleib seit uralter
Zeit und längst verflossenen Jahrhunderten?
In Deiner Fürsorge, Freundlichkeit und Güte zu mir hast Du
mich nicht hinausgeschickt in die Länder der Führer des
Unglaubens, jenen, die den Bund mit Dir brachen und Deinen
Gesandten Lügen entgegenschrieen. Vielmehr hast Du mich
hinausgeschickt zur Rechtleitung, die Du für mich vorgesehen
hast, zu dem Weg, den Du mir leicht gemacht hast und auf dem
Du mich versorgt hast. Und zuvor schon warst Du mir gnädig,
indem Du mich schön gestaltet und mir zahlreiche Gaben gewährt
hast.
Denn Du hast meine Schöpfung aus einem vergossenen
Samentropfen begonnen und mir zwischen Fleisch, Blut und Haut
in dreifacher Finsternis Wohnung gegeben. Du hast mich nicht
Zeuge meiner Schöpfung sein lassen, noch hast Du mich mit
etwas von meiner eigenen Angelegenheit betraut. Dann hast Du
mich in die Welt hinausgeschickt zu dem, was Du für mich an
Rechtleitung vorgesehen hast, vollständig und
unbeeinträchtigt. Du hast mich in der Wiege als Kind beschützt
und mich mit Essen, nahrhafter Milch, versorgt und mir die
Herzen meiner Pflegerinnen zugewandt. Du hast mich liebevollen
Müttern anvertraut, vor dem Unheil der Dschinn bewahrt und vor
Übermaß und Mangel geschützt.
Hoch bist Du, oh Erbarmer, oh Barmherziger!
Als ich anfing, mich mit Worten auszudrücken,
vervollständigtest Du an mir Deine reichhaltigen Gaben. Du
versorgtest mich von Jahr zu Jahr mehr, bis Du, als meine
Natur vollkommen geworden und meine Kraft ausgewogen war, Dein
Wort für mich verbindlich gemacht hast, indem Du mir Wissen
von Dir eingeben, mir Ehrfurcht vor dem Wunder der Schöpfung,
die Du in Deinem Himmel und auf Deiner Erde vermehrt hast,
empfänglich gemacht und mich untergewiesen hast in der
Dankbarkeit zu Dir und dem Gedenken an Dich.
Du hast mir zur Pflicht gemacht, Dir zu gehorchen und zu
dienen, und Du hast mich verstehen lassen, was Deine Gesandten
gebracht haben, und Du hast es mir leicht gemacht, Deiner
Zufriedenheit zuzustimmen. In all diesem hast Du mir Deine
Hilfe und Freundlichkeit und Gnade erwiesen. Dann, nachdem Du
mich vom besten Grunde erschaffen hattest, o mein Gott, warst
Du nicht damit zufrieden, mir eine Wohltat ohne die andere zu
erweisen. Du hast mich mit einer Vielfalt von Nahrung und
Kleidung versorgt in Deiner großen, ja allergrößten Gnade und
ewigen Güte zu mir.
Schließlich, nachdem Du alle Wohltaten für mich
vervollkommnet und alles Unheil von mir abgewendet hattest, da
hat Dich meine Unbekümmertheit und mein Wagnis nicht davon
abgehalten, mich zu dem zu führen, was mich Dich näher bringt,
oder mir Erfolg zu schenken in dem, was mich Dir annähert.
Denn wenn ich Dich anrief, dann erhörtest Du, und wenn ich
Dich bat, gabst Du, und wenn ich Dir gehorchte, zeigtest Du
Deine Dankbarkeit, und wenn ich Dir dankte, dann gabst Du mir
mehr. Dies alles tatest Du, um Deine Wohltat zu mir und Deine
Güte mir gegenüber zu vervollkommnen.
Preis sei darum Dir, Preis sei Dir, der Du die Schöpfung
hervorbringst und sie dann in neuer Gestalt wiederkehren
lässt, dem Lobenswürdigen, dem Erhabenen. Heilig sind Deine
Namen und unermesslich sind Deine Wohltaten. Welche Deiner
Wohltaten, o mein Gott, könnte ich mit zählen und bemessen
erfassen?
Für welche Deiner Gaben kann ich Dir angemessen danken? -
da sie, o Herr, mehr sind als Berechner zählen oder
diejenigen, die Dinge im Gedächtnis bewahren, erinnern können.
Aber die Heimsuchungen und Schwierigkeiten, die Du, o Gott,
von mir abgewendet und ferngehalten hast, sind mehr als die
Gesundheit und das Glück, die mir zugekommen sind.
Ich bezeuge, o mein Gott, bei der Wirklichkeit meines
Glaubens und der Entschlossenheit meiner Gewissheit, meinem
reinen und unverfälschten Bekenntnis der Einheit, dem
verborgenen Inneren meines Bewusstseins, den Orten, mit denen
Ströme des Lichtes meiner Augen verbunden sind, den Linien auf
der Oberfläche meiner Stirn, den Öffnungen meiner Atemkanäle,
den weichen Teilen meiner Nase, den Pfaden meiner Gehörgänge,
worüber sich meine Lippen schließen und zusammenpressen, den
Bewegungen meiner Zunge beim Sprechen, dem Gelenk auf der
Rückseite meines Mundes und Kiefers, den Fundamenten meiner
Backenzähne, dem Ort, wo ich Speisen und Getränke schlucke,
dem, was mein Gehirn trägt, dem Hohlraum meiner Halsfasern,
dem, was in der Höhlung meiner Brust enthalten ist, den
Trägern meiner Herzschlagader, den Stellen, an denen der
Vorhang meines Herzens befestigt ist, den kleinen
Fleischstücken um meine Leber, dem, was die Rippen meiner
Seiten umfassen, den Fundamenten meiner Gelenke, den
Zusammenziehungen meiner Glieder, meinen Fingerspitzen, meinem
Fleisch, meinem Blut, meinem Haar, meinen Nerven, meiner
Luftröhre, meiner Knochen, meinem Knochenmark, meinen
Blutadern und allen meinen Gliedern, was mit ihnen verwoben
wurde seit der Zeit, da ich ein Säugling war, was die Erde von
mir trägt, meinem Schlafen, meinem Wachen, meinem Stillsein
und meinen Bewegungen beim Beugen und Niederwerfen, das, hätte
ich mir Mühe gegeben und durch die Zeitalter und Jahrhunderte
hindurch gestrebt - wenn meine Lebensdauer sich durch sie
hindurch erstreckt hätte -, ich nicht in der Lage gewesen
wäre, auch nur für eine Deiner Wohltaten Dank abzustatten, es
sei denn, durch Deine Gnade, die allein mich zu nie endender
und immer neuer Dankbarkeit Dir gegenüber verpflichtet und zu
stets frischem und immer gegenwärtigem Lob.
Wahrlich, wären ich und die Berechnenden unter Deinen
Geschöpfen auch noch so eifrig, das Ausmaß der von Dir
erwiesenen Gnaden zu berechnen, seien es vergangene oder
gerade geschehene, wir könnten es weder durch Zahlen noch
durch berechnete Grenzen erfassen. Niemals! Wie könnte das je
geschehen!
Denn Du selbst hast in Deiner deutlichen Schrift und
wahrhaftigen Botschaft verkündet: “Und wenn ihr Allahs
Wohltaten aufzählen wolltet, ihr könntet sie nicht erfassen.“
Dein Buch, o Gott, Deine Botschaft hat die Wahrheit gesagt!
Und Deine Propheten und Gesandten haben Deine Offenbarung
verkündet, die Du ihnen herabgesandt hast, und die Religion,
die Du ihnen und durch sie bekannt gemacht hast.
Ich bezeuge, o mein Gott, meine Mühe, meinen Fleiß und das
Ausmaß meines Gehorsams und meiner Fähigkeit, und ich sage als
ein Gläubiger, der Gewissheit erlangt hat: „Lob sei Allah, der
Sich keinen Sohn genommen hat“ – so dass Er einen Erben hätte
-, „und der keinen Partner in seiner Herrschaft hat“ - der
sich Ihm widersetzen könnte in dem, was Er erschafft –, „noch
einen Beschützer aus Schwäche“, der Ihm bei dem hilft, was Er
gestaltet. Darum: Preis sei Ihm! Preis sei Ihm!
„Gäbe es in Himmel und Erde Götter außer Allah, sie würden
sicherlich zerbrechen“ und zerrissen werden. Preis sei Allah,
dem Einzigen, dem Einen, „dem Unabhängigen und von allen
Angeflehten, der weder zeugt noch gezeugt wurde, und dem
niemand gleich ist.“
Alles Lob gebührt Allah, ein Lob gleich dem der Ihm
nahestehenden Engel und der von Ihm gesandten Propheten.
Und Allah segne Seinen Auserwählten, Muhammad, das Siegel
der Gesandten, und seine tugendhafte, reine und aufrichtige
Familie und gebe ihnen Frieden!
O Gott, lasse mich Dich so fürchten, als würde ich Dich
sehen. Beglücke mich mit Frömmigkeit aus Ehrfurcht vor Dir und
lasse mich nicht in Elend stürzen aus Ungehorsam Dir
gegenüber. Wähle für mich aus Deinem Geschick, was Du
gutheißt, segne mir Deine Vorherbestimmung, so dass ich das,
was Du aufgeschoben hast, nicht voreilig sehen und das, was Du
vorverlegt hast, nicht gerne vertagt haben möchte.
O Gott, schenke mir Unabhängigkeit in meiner Seele,
Gewissheit in meinem Herzen, Aufrichtigkeit in meinen Werken,
Licht in meinem Gesicht, Gewissheit in meinem Glauben. Erfreu´
mich mit meinen Körpergliedern, indem ich sie zu Deiner
Zufriedenheit gebrauche, und lass´ mich von meinem Gehör und
meinem Gesicht vererben. Hilf´mir gegen den, der mir Unrecht
tut, lasse mich in ihm meine Rache und meinen Wunsch sehen und
beglücke damit meine Augen.
O Gott, enthülle meinen Kummer, bedecke meine
Unzulänglichkeit und vergib´ mir meine Sünden. Verjage den
Satan in mir, und befreie mich von meinen Fesseln. Und erweise
mir, mein Gott, die höchste Stufe im Jenseits und im
Diesseits.
O Gott, Lob sei Dir, wie Du mich erschaffen und mir Gehör
und Gesicht gegeben hast; und Lob sei Dir, wie Du mich
erschaffen und zum wohlgestalteten Geschöpf gemacht hast, dies
aus Gnade zu mir, wobei es keine Notwendigkeit für Dich gab,
mich zu erschaffen.
Mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mich erschaffen und
meine Schöpfung wohlgestaltet hast;
mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mich gestaltet und
meine Gestalt verschönt und mir Wohlergehen in der Seele
verliehen hast;
mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mich vor Schlechtem
geschützt und mir zu Gutem verholfen hast;
mein Herr, bei dem, was Du mir an Huld und Rechtleitung
erwiesen hast;
mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mir Geschenke gemacht
und mir alles an Gutem geben hast;
mein Herr, bei dem, mit dem Du mich gespeist und getränkt
hast;
mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mich von anderen außer
Dir unabhängig gemacht und mich bereichert hast;
mein Herr, bei dem Beistand und der Ehre, die Du mir
erwiesen hast;
mein Herr, bei der Tatsache, dass Du mich vor Deiner
ungetrübten Verhüllung bedeckt und mir von Deiner genügenden
Wohltat gewährt hast, segne Muhammad und die Familie Muhammads
und hilf´ mir über die verbleibende Zeit und die dahingehenden
Nächte und Tage, rette mich vor den Schrecken des diesseitigen
und den Betrübnissen des jenseitigen Lebens, und behüte mich
vor dem Übel der Tyrannen auf Erden.
O Gott, übernehme Du an meiner Stelle meine Beschützung vor
dem, was mich ängstigt und behüte mich vor dem, was ich meide;
sei der Wächter meiner Seele und meines Glaubens, der
Beschützer auf meinen Reisen, der Behüter meiner Familie und
meines Besitzes. Sei Du der Erbe dessen, was Du mir gewährt
hast, segne mir Deine Gaben, lasse mich die Erniedrigung in
mir selbst fühlen und erhebe mich in den Augen der Menschen;
verschone mich vom Übel der Dschinn und der Menschen. Enthülle
meine Sünden nicht und entehre mich nicht mit meinen Taten,
entziehe mir nicht Deine Huld und überlasse mich nicht einem
anderen denn Dir.
Mein Gott, wem solltest Du mich überlassen: einem
Verwandten, der die Bindung lösen würde oder einem Fremden,
der mich mit finsterem Blick anschauen würde oder den
Unterdrückern, die mich für schwach halten und mich
entrechten, und dabei bist Du mein Herr und der Herrscher über
meine Angelegenheit?
Ich klage Dir meine Fremde, den Verlust meines Heimes und
meine Verächtlichmachung durch denjenigen, dem Du die Macht
über mich ermöglicht hast. Lasse Deinen Zorn nicht über mich
kommen, denn wenn Du nicht wütend bist über mich, sind alle
anderen außer Dir egal.
Gepriesen seist Du! Meine Verschonung durch Dich ist mir
bedeutender als irgendeine andere Hoffnung.
So bitte ich Dich, mein Herr, bei dem Licht Deines
Antlitzes, das die Erde und den Himmel erhellt, die
Finsternisse aufdeckt, und womit das Leben der Vorfahren sowie
der Nachfolgenden in Rechtschaffenheit gebracht worden ist:
lasse mich nicht in einem Augenblick Deines Zornes sterben und
lasse Deine Wut nicht auf mich herabkommen.
Dir ist das Tadeln, Dir ist das Tadeln über mich, bis Du
Zufriedenheit erlangt hast, bevor ich gestorben bin.
Kein Gott ist außer Dir, o Herr des heiligsten Landes, der
geheiligten Kultstätte und des befreiten Hauses, das Du
gesegnet und zur Stätte des Friedens für die Menschen gemacht
hast.
Oh Du, der in Seiner Nachsicht die großen Sünden vergeben
hat.
Oh Du, der mit Seiner Güte Huld in Fülle erwiesen hat.
Oh Du, der in Seiner Freigiebigkeit reichlich gegeben hat.
Oh Du, meine Rücklage in Schwierigkeiten.
O mein Freund in meiner Einsamkeit .
O mein Helfer in meiner Betrübnis.
Oh Du Geber meines Lebensunterhaltes.
O mein Gott und Gott meiner Vorväter Abraham, Ismael und
Jakob; Oh Du Herr der Engel Gabriel, Michael und Israfil; Oh
Du Herr des Siegels der Propheten, Muhammad, und seiner
auserlesenen Familienangehörigen, Oh Du Herabsender der Thora,
des Evangeliums, der Schriften Zabur und Furqan; o Herabsender
von Kaf, Ha´, Ya´, ’Ayn, Sad und Ya’sin und dem weisen Qur'an:
Du bist meine Zuflucht, wenn mich die vielen Wege in ihrer
Ausdehnung erschöpfen und trotz ihrer Weite beengen.
Wäre Deine Gnade nicht, würde ich zu denjenigen gehören,
die zu Grunde gegangen sind, und Du bist die Stütze bei meinem
Straucheln. Wenn Deine Verhüllung über mich nicht wäre, würde
ich zu denjenigen gehören, die schändlich bloßgestellt worden
sind, und Du bist meine Hilfe beim Sieg gegen meine Feinde.
Wenn Deine Hilfe nicht wäre, würde ich zu denjenigen gehören,
die besiegt worden sind.
Oh Du, der Würde und Erhabenheit Sein Eigen nennt, so dass
Seine Freunde durch Seine Würde geehrt werden.
Oh Du, dem die Könige das Joch der Demut auferlegt haben,
weil sie sich fürchten vor den Angriffen Seiner Macht, da
ihnen bewusst ist, das Er weiß, was hinter trügerischen
Blicken steckt und was die Menschen insgeheim in ihrem Inneren
hegen, und Er kennt das Verborgene und was die Zeiten und
Epochen bringen.
Oh Du, von dem keiner außer Dir weiß, wie Du bist.
Oh Du, von dem keiner außer Dir weiß, was Du bist.
Oh Du, den keiner außer Dir kennt.
Oh Du, der Du die Erde auf das Wasser gepresst und die Luft
mit dem Himmel umschlossen hast.
Oh Du, der Du die würdigsten Namen besitzt.
Oh Du Gewährer der ununterbrochenen Huld.
Oh Du, der Du die Karawane im öden Land zu Josef geführt
hast.
Oh Du, der Du ihn aus der Grube herausgeholt und nach der
Sklaverei zum König gemacht hast.
Oh Du, der Du ihn wieder zu Jakob zurückgebracht hast,
nachdem dessen Augen vor Trauer und Weinen erblindet waren,
obgleich er seine Trauer unterdrückt hatte.
Oh Du, der Du Kummer und die Heimsuchung Hiobs aufgedeckt
hast.
Oh Du, der Du die Hand Abrahams, nachdem er so alt geworden
war und sein Leben gelebt hatte, von der Opferung seines
Sohnes abgehalten hast.
Oh Du, der Du das Gebet Zacharias erfüllt hast, indem Du ihm
Johannes geschenkt und ihn dadurch nicht einsam und allein
gelassen hast.
Oh Du, der Du Jonas aus dem Leib des Wales herausgeholt
hast.
Oh Du, der Du das Meer für das Volk Israel gespalten und es
dadurch gerettet hast, während Du Pharao und dessen Herr hast
ertrinken lassen.
Oh Du, der Du aus Barmherzigkeit die Winde mit froher Kunde
zu den Menschen geschickt hast.
Oh Du, der Du keine Eile mit der Bestrafung Deiner
ungehorsamen Diener hast.
Oh Du, der Du die Zauberer der Pharaonen nach langjähriger
Ungläubigkeit errettet hast, obgleich sie sich von Deiner
Verpflegung ernährt und doch einem anderen Gott gedient haben.
Sie hatten sich Dir widersetzt, Dir andere zugestellt und
nicht an Deine Gesandten geglaubt.
O Gott, o Gott , o Allah !
Oh Du, der Du alles aus dem Nichts geschaffen hast.
Oh Du, der Du alles erfunden hast.
Oh Du, dem keiner gleich ist.
Oh Du, der Du unvergänglich bist.
Oh Du Lebender, wenn keiner lebt.
Oh Du Wiederauferwecker der Toten.
Oh Du, dessen Wissen alle Werke umfasst, die sich in jeder
Seele verbergen.
Oh Du, der Du mir Deine Gaben nicht vorenthalten hast,
obwohl meine Dankbarkeit zu gering ist für Dich.
Oh Du, der Du mich nicht bloßgestellt hast, obwohl meine
Sünden zu groß sind vor Dir. Du hast meinen Ungehorsam gesehen
und mich trotzdem vor den Menschen nicht entlarvt.
Oh Du, der Du mich in meiner Kindheit geschützt und im Alter
ernährt hast.
Oh Du, dessen Gaben an mich nicht aufzuzählen und dessen
Geschenke nicht wieder gutzumachen sind.
Oh Du, von dem ich nur Gutes und Gnade gesehen habe, und der
von mir nur Schlechtes und Ungehorsam zu sehen bekommt.
Oh Du, der Du mich zum Glauben rechtgeleitet hast, ohne dass
ich weiß, wie ich mich für Deine Gaben dankbar zeigen kann.
Oh Du, ich habe mich mit meinem Gebet an Dich gewandt,
als ich krank war, und Du hast mich geheilt;
als ich unbekleidet war, hast Du mich gekleidet;
als ich hungrig war, hast Du mich gesättigt;
als ich durstig war, hast Du meinen Durst gelöscht;
als ich demütig war, hast Du mir Würde verliehen;
als ich unwissend war, hast Du mich gelehrt;
als ich einsam war, hast Du mir Gesellschaft gewährt;
als ich in der Fremde war, hast Du mich wieder nach Hause
geführt;
als ich arm war, hast Du mich bereichert;
als ich hilfsbedürftig war, hast Du mir zum Sieg verholfen;
als ich reich war, hast Du mir meinen Reichtum nicht
genommen, und als ich nach alldem nichts verlangte, hast Du
mir reichlich gegeben.
Lob und Dank sei Dir, der Du mich beim Stolpern aufgefangen
hast, der meine Betrübnis aufdeckt, mein Gebet erhört, meine
schändlichen Taten verhüllt, meine Sünden vergibt, mir beim
Erreichen meiner Ziele und Besiegen meiner Feinde geholfen
hat. Wenn ich Deine Gnaden, Gaben und freigiebigen Geschenke
aufzählen sollte, ich könnte ihre Vielfalt nicht erfassen.
O mein Herr, Du bist es, der Wohltätigkeiten, Segen, schöne
Geschenke und Gnaden erweist.
Du bist es, der Seine Gaben vollendet und von dem Nahrung,
Erfolg, Genüge und Reichtum stammen.
Du bist es, der Zufriedenheit, Schutz und Wohnstatt bietet.
Du bist es, der rechtleitet, verschont, beschützt,
schlechte Taten verhüllt und Sünden vergibt.
Du bist es, der Rückhalt bietet beim Straucheln und das
Erlangen der Ziele ermöglicht.
Du bist es, der Würde verleiht, der hilft, unterstützt und
beisteht.
Du bist es, der zum Sieg verhilft, der heilt, von Übel
verschont und freigiebig gibt.
Voller Segen und Erhabenheit bist Du, und Dir sei Lob und
Dank immer und in alle Ewigkeit.
Mein Gott, ich gebe meine Sünden zu, so vergib sie mir.
Ich bin es, der Schlechtes getan, sich immer wieder geirrt
und sich erneut Böses vorgenommen hat.
Ich bin es, der unwissend und unachtsam gehandelt und immer
wieder übersehen und vergessen hat.
Ich bin es, der sich auf Deine Gnade gestützt hat und
erneut vorsätzlich Fehler begeht.
Ich bin es, der versprochen, dieses nicht eingehalten und
sein Wort gebrochen hat.
Ich bin es, der Deine Huld mir gegenüber anerkannt hat und
der nun mit seinen Sünden überlastet ist, so vergib sie mir,
Oh Du, dem die Sünden Seiner Diener nicht schaden.
Du bist der Unabhängige, der unseres Gehorsams nicht
bedarf, und Du bist derjenige, der uns aus Gnade hilft, ein
gutes Werk zu vollenden.
So sei Dir Lob, mein Gott, mein Herr.
Mein Gott, Du hast mir befohlen und ich bin Dir ungehorsam
gewesen. Du hast mir verboten, da habe ich das Verbotene
getan. Nun habe ich weder eine Entschuldigung, noch habe ich
die Kraft, mich gegen Deine Bestrafung zu wehren.
Womit soll ich Dir begegnen, o mein Herr?
Mit meinem Gehör, meinem Gesicht, meiner Zunge, meinen
Händen oder meinen Füßen?
Sind all dieses nicht Geschenke an mich?
Und bin ich Dir mit ihnen allen nicht ungehorsam gewesen?
Mein Herr, Du hast den Urteilsbeweis gegen mich und die
Macht über mich. Du hast mich mit meinen unerkannten Fehlern
vor den Augen der Eltern verhüllt, damit sie mich nicht
verweisen und vor den Verwandten und Brüdern, damit sie mich
nicht schlecht machen und den Machthabern, damit sie mich
nicht bestrafen.
Mein Herr, und sollten sie das erfahren, was Du von mir
kennst, hätten sie mir keine Gelegenheit gewährt, sondern mich
verstoßen und jede Bindung zu mir abgebrochen.
Da bin ich nun, mein Gott; ich steh vor Dir mit Hingabe,
Demut, Bloßheit und Niedrigkeit, habe keine Erklärung, mit der
ich mich entschuldige, keine Kraft, mit der ich mich wehre,
keinen Gegenbeweis, mit dem ich meine Unschuld beweise oder
womit ich meine Taten rechtfertige. Ich behaupte auch nicht,
dass ich keine Sünden begangen und nichts Schlechtes getan
hätte. Und sollte ich leugnen - was würde mir, o mein Herr,
das Leugnen denn nützen?
Wie sollte ich leugnen, der ich bloß vor Dir stehe mit
meinen ganzen Gliedern als Zeuge meiner Taten gegen mich?
Ich habe mit absoluter Gewissheit und ohne jeglichen
Zweifel gewusst, dass Du mich über dieses großen Vergehen
befragen wirst, und dass Du der allgerechte Richter bist, der
kein ungerechtes Urteil fällt, und dass es gerade Deine
Gerechtigkeit ist, die mich in die ewige Verdammnis führen
könnte. Und eben vor Deiner Gerechtigkeit laufe ich weg.
Wenn Du mich, mein Gott, bestrafen solltest, dann für meine
Sünden, nachdem Du all Deine Beweise gegen mich vorgebracht
hast.
Und wenn Du mir verzeihst, dann durch Deine Milde, Deine
Freigiebigkeit und Deine Güte.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die Unrecht taten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die Dich um Vergebung baten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die Dir allein dienten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die Dich fürchten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die sich vor Dir schreckten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die auf Deine Gnade hofften.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die sich nach Dir sehnten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die `la ilaha ila-llah´ sagten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die `subhana-llah´sagten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die `Allahu-akbar´ sagten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du.
Ich war einer derjenigen, die Dich anflehten.
Kein Gott ist außer Dir, gepriesen seist Du, mein Herr und
Herr meiner Vorväter.
O Gott, das ist mein Lob, mit dem ich Dich preise, meine
Aufrichtigkeit, mit der ich Deiner Einheit gedenke, meine
Anerkennung Deiner Gaben an mich, die ich aufzähle, obwohl ich
zugebe, dass ich sie nicht aufzählen kann, da sie so häufig,
so ausgedehnt, so offenbar sind, und da sie so aufeinander
folgen; jeder Gabe, die vorangeht, folgt eine neue.
Mein ganzes Leben, vom ersten Tag meines Lebens an, hast Du
mich mit ihnen versorgt, seitdem Du mich geschaffen und
gebildet hast. Meine Armut hast Du durch Reichtum ersetzt.
Meinen Kummer hast Du von mir genommen. Erleichterung hast Du
mir bereitet, Schwierigkeiten gelöst, Betrübnisse aufgedeckt.
Du hast mir Genesung im Körper und Aufrichtigkeit im Glauben
verliehen. Wenn ich Unterstützung von allen Menschen, vom
ersten bis zum letzten, bekommen würde, damit sie mir dabei
helfen, Deine Segen aufzuzählen, wären weder sie noch ich dazu
in der Lage.
Geheiligt und erhaben seist Du, was für ein freigebiger,
erhabener, gnädiger Herr Du bist! Deine Geschenke sind nicht
aufzuzählen, Dein Lob ist nicht zu erreichen, und Deine Segen
sind nicht wiedergutzumachen.
Segne Muhammad und die Familienangehörigen Muhammads, und
vollende Deine Gaben an uns, und erweise uns das Glück, Dir
gehorsam zu sein.
Gepriesen seist Du, kein Gott ist außer Dir.
O Gott, Du erwiderst den Ruf des Genötigten, hebst das Übel
auf, rettest den Betrübten, machst den Kranken gesund,
bereicherst den Armen, heilst den Gebrechlichen, erbarmst Dich
der Kinder und hilfst den Alten.
Kein Helfer ist außer Dir und keiner ist mächtiger als Du.
Du bist der Erhabene, der Große.
Oh Du Befreier der angeketteten Gefangenen.
Oh Du Ernährer des kleinen Kindes.
Oh Du Beschützer der Ängstlichen, nach Zuflucht Suchenden.
Oh Du, der weder Partner noch Gehilfe hat, segne Muhammad
und die Familienangehörigen Muhammads und gib mir in dieser
Nacht das Beste dessen, was Du je an einen Diener gegeben
hast.
Dies sei eine Huld, die Du schenkst, ein Geschenk, das Du
erneuerst, ein Unglück, das Du beseitigst, eine Betrübnis, die
Du aufdeckst, ein Gebet, das Du erhörst, eine gute Tat, die Du
annimmst oder eine schlechte, die Du vergibst. Du findest
Mittel für das, was Du willst, bist über alles wohl
unterrichtet und hast zu allem die Macht.
O Gott, Du bist der Nächste aller, die aufgerufen werden
könnten, der Schnellste aller, die Bitten Erwidern sollten,
der Gnädigste aller, die vergeben würden, der Großzügigste
aller, die gewähren mögen, und der Erfüllungsbereiteste aller,
die um etwas gebeten werden könnten.
O Barmherziger und Gnädiger des Diesseits und des Jenseits.
Keiner, der um etwas gebeten werden könnte, ist Dir
gleichzusetzen, und keiner, auf den gehofft werden könnte, ist
außer Dir.
Ich habe Dich angerufen, da hast Du mich erhört.
Ich habe Dich gebeten, da hast Du mir gegeben.
Ich habe mich mit meinem Wunsch an Dich gewandt, da hast Du
mir Gnade erwiesen.
Ich habe auf Dich vertraut, da hast Du mich gerettet.
Ich habe bei Dir Zuflucht gesucht, da hast Du mich
aufgenommen, so dass ich es nicht mehr nötig hatte, nach einer
anderen Hilfe zu suchen.
O Gott, segne Muhammad, Deinen Diener, Gesandten und
Propheten, und segne alle seine guten reinen
Familienangehörigen und vollende Deine Segen für uns, und
gewähre uns mit Deinen Gaben Glück, und schreibe unsere Namen
unter die Dir Dankenden und Deiner Gedenkenden, amin, amin, o
Herr der Menschen der Welt.
O Gott, der Herrschaft hat und mächtig ist; der Macht hat
und damit alles überwältigt.
Oh Du, dem Ungehorsam entgegengebracht wird und der trotzdem
die ihm Ungehorsamen verhüllt, der um Vergebung gebeten wird
und vergibt.
Oh Du letztes Ziel der Bittenden und Wünschenden, o äußerste
Hoffnung der Hoffenden.
Oh Du, der mit Seinem Wissen alles umfasst, und der Seine
Güte, Barmherzigkeit und Nachsicht über die Bereuenden
ausdehnt.
O Gott, wir wenden uns an diesem Abend, dem Du Würde und
Erhabenheit verliehen hast, an Dich, bei Muhammad, Deinem
Propheten und Gesandten, dem Erlesenen Deiner Schöpfung,
Deinem Getreuen über Deine Offenbarung, dem Bringer froher
Botschaft und dem Warner, der mit Licht strahlenden Leuchte,
der Gunst, die Du den Muslimen verliehen und der Gnade, die Du
für alle Menschen geschickt hast, so segne, o Gott, Muhammad
und die Familie Muhammads, so wie es Muhammad verdient;
Oh Du Erhabener, segne ihn und alle seine erlesenen guten
reinen Familienangehörigen, und bedecke uns mit Deiner
Vergebung. Denn zu Dir haben sich die Stimmen gellend und in
verschiedensten Sprachen erhoben.
O Gott, lass uns heute Abend an jedem Wohl, das Du unter
Deinen Dienern verteilst, an jedem Licht, mit dem Du
rechtleitest, an jeder Gnade, die Du ausbreitest, an jedem
Segen, den Du zukommen lässt, an jedem Wohlbefinden, womit Du
beschirmst und an jedem Geschenk, das Du weitläufig gibst,
teilhaben, Oh Du Gnädigster aller Gnädigsten.
O Gott, lass uns heute mit Erfolg, Frohlocken, Gedeihen und
von Dir mit Gnaden angenommen heimkehren, und lass uns nicht
zu jenen gehören, die ohne Hoffnung von hier gehen. Entziehe
uns nicht Deiner Gnade, enthalte uns nicht das vor, worauf wir
in Deiner Güte hoffen.
Lass uns nicht zu jenen gehören, die Dein Erbarmen
entbehren, noch zu jenen, die an der Freigiebigkeit Deiner
Gabe, auf die wir hoffen, verzweifeln. Weise uns nicht mit den
Enttäuschten ab, noch mit jenen, die von Deiner Tür vertrieben
werden.
Oh Du Großmütigster aller Großmütigen!
Oh Du Großzügigster aller Großzügigen!
An Dich haben wir uns gewandt mit festem Glauben und haben
Dein geheiligtes Haus aufgesucht. So hilf uns bei unseren
rituellen Handlungen, vervollkommne uns unsere Pilgerfahrt,
verzeih´ uns und befreie uns von Unheil, denn wir haben Dir
unsere Hände entgegengestreckt, die von der Demütigung der
Schuldbekenntnis gebrandmarkt sind.
O Gott, so gib uns an diesem Abend, worum wir Dich gebeten
haben, und erfülle uns all das, worum wir Dich gebeten haben,
denn wir haben niemandem, der uns Genüge leistet außer Dir,
und wir haben keinen Herrn außer Dir.
Deine Entscheidung ist in uns wirksam, Dein Wissen umfasst
uns, und Deine Weisung ist für uns gerecht. So bestimme für
uns das Gute, und mache uns zu den Trägern des Guten.
O Gott, mache es unumgänglich, dass wir den größten Lohn,
den großzügigsten Vorrat und die dauerhafteste Erleichterung
erlangen, und vergib´ uns all unsere Sünden. Lasse uns nicht
mit den Verdammten zugrunde gehen, und enthalte uns Deine Güte
und Dein Erbarmen nicht vor, Oh Du Gnädigster aller Gnädigen.
O Gott, geselle uns in dieser Stunde zu jenen, denen Du
gegeben hast, als sie Dich baten, deren Gaben Du vermehrt
hast, als sie Dir dankten, die Du angenommen hast, als sie
sich in Reue Dir zuwandten und deren Sünden Du alle vergeben
hast, als sie sich davon lossagten, Oh Du Herr aller
Erhabenheit und Pracht.
O Gott, reinige uns, verhilf uns zum Rechten, und nimm
unsere Flehen an, Oh Du Bester derer, die angefleht werden und
Gnädigster derer, die um Gnade gebeten werden.
Oh Du, dem nichts verhüllt bleibt: weder das Schließen der
Augenlider, noch das Blicken der Augen; das, was sich im
geheimen Inneren niedergelassen hat, oder was von der
Verborgenheit der Herzen umschlossen worden ist. All dies hat
Dein Wissen aufgezählt und Deine Nachsicht umfasst.
Heilig und erhaben bist Du über das, was die Frevler
behaupten. Dich preisen die sieben Himmel und Welten und was
in ihnen ist. Es gibt nichts denn Lobeshymnen über Dich.
Dir ist der Preis, die Herrlichkeit und die Erhabenheit der
Würde, Oh Du Herr von Heiligkeit und Pracht, von Freigiebigkeit
und Huld und großer Gunst. Du bist der Großmütige, der
Wohltätige, der Gnädige, der Barmherzige.
O Gott, gewähre mir reichlich von Deinen legitimen Gaben,
befreie meinen Körper und meinen Glauben von Unheil, ersetze
meine Angst durch Sicherheit, und nimm im Feuer die Kette der
Gefangenschaft von meinem Hals.
O Gott, plane nicht gegen mich, verführe mich nicht,
täusche mich nicht, und wende das Unheil der Frevler unter den
Dschinn und den Menschen von mir ab.
Oh Du bester Hörer aller Hörenden, Oh Du bester Seher aller
Sehenden, Du Schnellster aller Rechnenden, Du Gnädigster aller
Gnädigen, segne Muhammad und die Familienangehörigen
Muhammads, die von Deinem Glück begünstigten Ehrbaren.
O Gott, ich bitte um meine Bedürftigkeit. Wenn Du sie mir
gewährst, schadet mir das, was Du mir vorenthältst, nicht
mehr, und wenn Du sie mir vorenthältst, wird mir das, was Du
mir sonst gewährst, nicht nützen. Ich bitte Dich um die
Befreiung meines Halses von den Qualen des Feuers.
Kein Gott ist außer Dir, Dir allein, und kein Partner ist
neben Dir.
Dir ist die Herrschaft, Dir ist das Lob und Du bist über
alles mächtig, o mein Herr, o mein Herr!
O Gott, selbst in meinem Reichtum bin ich der Arme, wie
sollte ich denn in meiner Armut nicht arm sein?
Ich bin selbst in meinem Wissen der Unwissende, wie sollte
ich denn in meiner Unwissenheit nicht unwissend sein?
Mein Gott, die Mannigfaltigkeit Deiner Pläne und die rasche
Vollstreckung Deiner Bestimmung lassen Deine Dich erkennenden
Diener sich weder im Wohlstand ruhig auf die Hoffnung auf Dich
verlassen, noch sie im Unglück aufgeben.
Mein Gott, was von mir kommt, entspricht meiner
Schlechtigkeit, was von Dir kommt, Deiner Güte.
Mein Gott, Du hast Dich mit der Neigung und der
Barmherzigkeit schon vor der Existenz meiner Schwäche mir
gegenüber dargestellt, wirst Du sie mir etwa angesichts meiner
Schwächen vorenthalten?
Mein Gott, sollten sich meine Tugenden offenbaren, dann
durch Deine Gnade, und ich bin Dir demnach zu Dank
verpflichtet; und sollten sich meine Laster manifestieren,
dann durch Deine Gerechtigkeit, und Du hast damit den
Urteilsbeweis gegen mich.
Mein Gott, wie solltest Du mich anderen überlassen?
Du bist der, der die Verantwortung für mich übernommen hat;
wie sollte mir Unrecht geschehen?
Du bist der, der mir beisteht; wie sollte ich enttäuscht
werden?
Du bist der, auf den ich mich verlasse.
Nun steh ich vor Dir und flehe Dich mit meiner Armut an.
Wie sollte ich Dich um etwas bitten, was bei Dir nicht
ankommt, oder wie sollte ich bei Dir über meinen Zustand
klagen, der Dir nicht verborgen ist?
Oder sollte ich das erläutern, was ich zu sagen habe, wo
Dir dieses doch so offenbar ist?
Oder wie solltest Du meine Hoffnungen enttäuschen, da sie
zu Dir gelangt sind?
Oder wie solltest Du meine Zustände nicht verbessern, da
sie durch Dich bestehen?
Mein Gott, wie gütig bist Du zu mir, trotz meiner
schändlichen Taten.
Wie nah bist Du mir, und wie fern bin ich Dir.
Was schirmt mich denn so von Dir ab?
Mein Gott, ich hab an der Vielfältigkeit der Zeichen und
den Wandlungen der Zustände erkannt, dass Deine Absicht darin
besteht, Dich mir in jedem Ding wahrnehmbar zu machen, damit
Du mir in nichts unerkannt bleibst.
Mein Gott, jedes Mal wenn mich meine Schlechtigkeit stumm
macht, macht mich Deine Güte wiederum sprechen, und jedes Mal,
wenn mir meine Eigenschaften die Hoffnung rauben, ermutigen
mich Deine Gaben wieder.
Mein Gott, wessen gute Eigenschaften Schlechtigkeiten sind,
wie sollten dessen Schlechtigkeiten nicht schlecht sein?
Und wessen Wahrheiten nicht bloße Behauptungen sind, wie
sollten dessen Behauptungen nicht nur Behauptungen sein?
Mein Gott, Deine vollstreckte Bestimmung und Dein
zwingender Wille lassen keinem, der etwas sagen will, etwas zu
sagen, und keinem, der sich in einem Zustand befindet, in
diesem Zustand weiter bestehen.
Mein Gott, wie viele Gehorsamkeiten und wie viele Zustände
habe ich aufgebaut und ausgebildet. Dann hast Du mein
Vertrauen darauf mit Deiner Gerechtigkeit zerstört, nein, es
war Deine Güte, die mich wachgerüttelt hat.
Mein Gott, Du weißt, auch wenn meine Gehorsamkeit nicht mit
Gewissheit ihre Ausdauer in Form von Taten gehabt hat, dann
hat sie jedoch ihre Ausdauer in Form von Liebe und
Entschlossenheit gehabt.
Mein Gott, wie sollte ich Entschlossenheit haben, da Du die
zwingende Macht über alles hast?
Wie sollte ich aber keine Entschlossenheit haben, da Du der
Befehlende bist?
Mein Gott, meine Wanderung in Deinen Spuren schafft eine
Entfernung, die mich an Deinem Anblick hindert, daher stelle
mich in einen Dienst, der mich zu Dir gelangen lässt.
Wie könntest Du mit etwas nachgewiesen werden, was in
seiner Existenz selbst von Dir abhängig ist? Könnte denn etwas
außer Dir eine Offenkundigkeit haben, die Du nicht besitzt,
damit es Dich kundtun sollte?
Wann warst Du denn abwesend, dass Du einen Beweis brauchst,
der auf Dich hinweist?
Und wann warst Du fern, dass die Spuren zu Dir führen?
Blind sei jenes Auge, das Dich nicht sieht, wie Du die
Aufsicht darüber hast. Und verloren ist jeder Handel, den
einer Deiner Diener tätigt, wenn Du ihm keinen Anteil an
Deiner Liebe gewährt hast.
Mein Gott, Du hast aufgefordert, zu den zu Dir führenden
Spuren zurückzukehren, so lasse mich mit dem Gewand der
Lichter und der Rechtleitung des klaren Sichtvermögens
zurückkehren, damit ich von den Spuren, durch die ich anfangs
zu Dir gelangt bin, zu Dir zurückkehre, und damit mein Inneres
davor bewahrt ist, statt auf Dich auf die Spuren zu sehen, und
dass mein Streben davon befreit ist, anstatt auf Dich auf die
Spuren zu vertrauen. Du bist über alles mächtig.
Mein Gott, das ist meine Demut; sie ist offenbar vor Dir,
und das ist mein Zustand, der Dir nicht verborgen ist.
Ich erbitte von Dir, dass ich zu Dir gelange, und durch
Dich erstrebe ich den Beweis über Dich, so führe mich mit
Deinem Licht zu Dir, und unterstelle mich in wahrer
Knechtschaft Deinen Händen.
Mein Gott, lehre mich von Deinem gehüteten Wissen, und
behüte mich mit Deiner schützenden Verhüllung.
Mein Gott, lehre mich von Deinem gehüteten Wissen, und
behüte mich mit Deiner schützenden Verhüllung.
Mein Gott, gewähre mir die Wahrheiten der Dir
Nahestehenden, und führe mich auf den Weg der zu Dir
Hingezogenen.
Mein Gott, erspare mir durch Deine Planung und Entscheidung
das Planen und Entscheiden für mich, und lasse mich in meinen
Zwangslagen innehalten.
Mein Gott, bringe mich aus der Demut meiner Seele heraus,
und reinige mich von meinem Zweifel und meinem Verhalten, das
Dir Götter zur Seite stellt, bevor die Stunde kommt, in der
ich in mein Grab gelegt werde.
Durch Dich erlange ich den Sieg, so verhilf mir dazu.
Auf Dich vertraue ich, so überlasse mich nicht anderen.
Dich bitte ich um Gaben, so enttäusche mich nicht.
Deine Huld erstrebe ich, so enthalte sie mir nicht vor.
Meine Zugehörigkeit führe ich auf Dich zurück, so entferne
mich nicht von Dir, und an Deiner Tür stehe ich, so weise mich
nicht ab.
Mein Gott, geheiligt sei Deine Zufriedenheit, deren Anlass
in Dir liegt, denn wie sollte sie ihre Ursache in mir haben?
Mein Gott, Du bist der Entbehrende in Deinem Wesen selbst
darauf, dass eine Gunst von Dir zu Dir gelangt, wie solltest
Du dann nicht mich entbehren?
Mein Gott, Dein Geschick und Deine Vorbestimmung lassen
mich hoffen, und die Begehren und Fesseln der Leidenschaft
machen mich gefangen, so sei Du mir Siegeshelfer darüber,
damit Du mir zum Sieg verhilfst, mir Einblick verleihst und
mich mit Deiner Huld bereicherst, bis ich durch Dich von
meinem Verlangen unabhängig werde.
Du hast Lichter in den Herzen Deiner Freunde erstrahlen
lassen, bis sie nichts anderes denn Dich liebten und bei
keinem außer Dir Zuflucht suchten.
Du bist es, der ihnen Geselligkeit bereitet, wo sie sich in
den Welten einsam und verlassen fühlen.
Und Du bist es, der sie zum rechten Weg leitet, indem sich
ihnen Deine Merkmale offenbaren.
Was findet der, der Dich vermisst? Und was vermisst der,
der Dich findet?
Enttäuscht war der, der mit einem Ersatz statt Deiner
zufrieden war, und verloren war der, der sich von Dir
abwandte.
Wie kann auf etwas anderes außer Dir gehofft werden, da Du
Deine Wohltätigkeit nicht unterbrochen hast?
Und wie kann etwas von einem anderen außer Dir verlangt
werden, wobei Du die von Dir gewohnte Freigiebigkeit nicht
geändert hast?
Oh Du, der seine Geliebten den süßen Geschmack Seiner
Geselligkeit hat schmecken lassen, so dass sie sich
schmeichelnd unter Seine Obhut begeben haben.
Oh Du, der Seinen Freunden das Gewand der Ehrfurcht
angezogen hat, so dass sie sich um Vergebung bittend in Seine
Hände begeben haben.
Du bist der Gedenker derjenigen, die Deiner gedenken schon
bevor sie es tun.
Du bist der mit Deiner Wohltätigkeit Beginnende schon bevor
die Betenden sich an Dich wenden.
Du bist der Großzügige in Deiner Gaben, schon bevor die
Bittenden um etwas ersuchen, und Du bist der reichlich
Gewährende, der dann das, was Er uns gewährt hat, wieder von
uns ausleiht.
Mein Gott, fordere mich mit Deiner Barmherzigkeit, damit
ich zu Dir gelange, und ziehe mich mit Deiner Güte an, damit
ich auf Dich zukomme.
Mein Gott, meine Hoffnung auf Deine Gnade ist endlos,
selbst wenn ich Dir gegenüber ungehorsam bin, und meine Furcht
vor Deinem Zorn verlässt mich nicht, selbst wenn ich Dir
gehorche, denn die Welten haben mich zu Dir geführt, und das
Erfahren Deiner Güte hat mich auf Dich gestützt.
Mein Gott, wie kann ich enttäuscht werden, da Du meine
Hoffnung bist?
Und wie kann ich erniedrigt werden, da mein Vertrauen auf
Dich gerichtet ist?
Mein Gott, wie kann ich Würde haben, da Du mich demütig
gemacht hast?
Oder wie kann ich würdelos sein, da Du meine Herkunft auf
Dich zurückgeführt hast?
Mein Gott, wie kann ich reich sein, da Du mich den
Bedürftigen zugesellt hast?
Oder wie kann ich arm sein, da Du mich in Deiner
Großzügigkeit bereichert hast?
Du bist es, außer Dem es keinen Gott gibt.
Du hast Dich allen Dingen erkennbar gemacht und bist damit
nicht unerkannt geblieben.
Du bist es, der sich mir in allem erkennbar gemacht hat, so
dass ich Dich in allem gesehen habe, und Du bist es, der jedem
Ding offenbar ist.
Oh Du, der sich mit Seiner Allbarmherzigkeit aufgerichtet
hat, so dass in Seinem Wesen der Thron zur Transzendenz
entstanden ist.
Du hast die Spuren durch Spuren weggewischt und alles außer
Dir aus den Wellen der Umlaufbahnen Deiner Lichter
entstehenden Ozeane gelöscht.
Oh Du, der sich im Pavillon Seines Thrones davor abgeschirmt
hat, dass die Augen mit ihrer Sicht zu Ihm reichen.
Oh Du, der sich mit der Vollkommenheit Seiner Pracht
erscheinend gemacht hat, und damit hat sich Deine Majestät
über alles im gleichen Maße bestimmt.
Wie solltest Du verborgen sein? Du bist der Offenbare!
Oder wie solltest Du abwesend sein? Du bist der anwesende
Überwacher!
Du bist über alles mächtig.
Lob sei Allah. Ihm allein.