Das
Verlassenheits-Ritualgebet [salat-ul-wahscha] ist ein
empfohlenes [mustahab]
Ritualgebet für einen Verstorbenen nach seinem
Begräbnis.Es wird in der Nacht unmittelbar nach der
Beisetzung gebetet, da jene Nacht als die schwierigste für
den Verstorbenen gilt, in der er oder sie sich am einsamsten
fühlt. Der Begriff "Wahscha" drückt neben der Verlassenheit
auch eine Art Grauen der Einsamkeit aus, das jene Einsamkeit
bewirken kann.
Das Verlassenheits-Ritualgebet [salat-ul-wahscha] besteht
aus zwei
Gebetsabschnitten [raka]. Im ersten
Gebetsabschnitt wird nach der Sure
Al-Fatiha der
Thron-Vers verlesen. Im zweiten
Gebetsabschnitt wird nach der Sure
Al-Fatiha zehn Mal die
Sure
Qadr (97) verlesen. Im Anschluss an den
Abschlussgruß [salam] sagt man:
Alla humma salli 'ala Muhammadin wa Ali Muhammad wab'ath
thawabaha ila qabri soundso (hier wird der Name des
Verstorbenen eingefügt)
(Oh unser Allah, segne Muhammad und die Familie Muhammads und
gewähre Deine Gnade dem Grab von soundso).
Das Gebet wird mit der
Absicht gebetet, dass das Gebet als Geschenk für den
Verstorbenen angenommen wird.
Das Verlassenheits-Ritualgebet [salat-ul-wahscha] kann zwar
in einem beliebigen Zeitpunkt der ersten Nacht gebetet werden,
aber es ist empfohlen es möglichst früh im Anschluss an das
Nachtgebet [salat-ul-ischa] zu beten.