Die Trauerzeremonien am Anfang des Monats
Muharram werden in Erinnerung und zur Vorbereitung sowie
Nachbereitung der Trauerzeremonien zu
Aschura durchgeführt.In der Regel treffen sich die
Gemeinden in den
Moscheen oder
Husainiyyas am Abend der ersten 10 Tage (außer zu
Aschura) und es wird nach einem traditionellen Ablauf
jeden Abend an einen bestimmten Helden der Ereignisse
erinnert. Obwohl es keine
religiöse Verpflichtung [wadschib] ist, den Ablauf
einzuhalten, dient er doch als roter Faden für die
Themenstellung der verschiedenen Abende, wobei neben dem
Hauptthema auch oft ein Gegenwartsbezug hergestellt wird.
Folgender Ablauf gilt als traditionell eingespielt:
Nacht zum 1.
Muharram: Einführung in das Thema
Aschura
Nacht zum 2.
Muharram: Ankunft der Karawane in
Kerbela
Nacht zum 3.
Muharram:
John ibn Huwai und
Wahab ibn Abdullah Qalbi
Nacht zum 4.
Muharram:
Hur ibn
Yazid al-Riyah
Nacht zum 5.
Muharram:
Habib ibn Mudhahir
Nacht zum 6.
Muharram:
Aun und Muhammad
Nacht zum 7.
Muharram:
Qasim ibn Hasan
Nacht zum 8.
Muharram:
Abbas ibn Ali
Nacht zum 9.
Muharram:
Ali
Akbar
Nacht zum 10.
Muharram:
Ali Asghar
Tag des 10.
Muharram: Erinnerung an
Aschura
Nacht zum 11.
Muharram:
Nacht der Vertriebenen [lailat-ul-ghariban]
Nacht zum 12.
Muharram: Abschlussveranstaltung mit
Besuch
[ziyara]
Zudem wird in der Regel jeden Abend die Veranstaltung mit
Audienz zu Aschura [ziyaraat-ul-aschura] abgeschlossen. Am vierzigsten Tag nach dem 10.
Muharram folgt
Arba'in.
Seit Anfang des 21. Jh. n.Chr. haben sich auch
zunehmend deutschsprachige Veranstaltungen bzw.
Veranstaltungen, in denen auch deutschsprachige Teile
integriert waren, in Deutschland etabliert, zuerst in Bremen,
dann auch in Münster und Berlin. Eine traditionelle
Veranstaltung unmittelbar nach
Aschura hat sich in
Vechta
etabliert und eine erste überregionale deutschsprachige
Veranstaltung diesbezüglich im Anschluss an
Aschura wurde 2008 n.Chr. in Bochum durchgeführt. Erste
deutschsprachige
Nohe
wurden Ende des 20. Jh.n.Chr. vorgetragen.