Das Trauerschauspiel [taziye] ist ein typisches Genre
iranischer Schauspielkunst, eine Art Passionsspiele, in dem alle Elemente der
Schauspielerei wie Bühnenbild, Musik, Gesang und künstlerische
Darstellung zum Einsatz kommen.
Diese Art des Schauspiels war im
Iran
bereits vor dem
Islam
bekannt, wie es z.B. in der Tragödie des Saiawusch im
Schahname deutlich wird. Eine Besonderheit dieses
Trauerschauspiels [taziye] besteht darin, dass die Zuschauer
meist direkt in das Stück mit integriert werden und eine Art
Kulisse für die Trauer darstellen, die mit ihrem Ausdruck der
Trauer die Darstellung verstärken.
Nach Einzug des
Islam
sind Trauerschauspiele aus der Zeit der
Buwayhiden, Buyiden bereits ab dem 10 Jh. nach Chr.
bekannt.
Ibn Kathir berichtet von Trauerschauspielen unter der
Herrschaft von Muiz al-Daula (932–966 n.Chr.). Damals dienten
die Schauspiele eher zur Volksablenkung. Erst mit der
Herrschaft der
Safawiden im 16. Jh. n.Chr. erhielten die Trauerschauspiele [taziye]
ein
islamisches Element und zunehmend wurde die Tragödie von
Aschura dargestellt, was bis heute angehalten hat. Meist
bildet das Verbrennen der Zelte der Anhänger der
Ahl-ul-Bait (a.) durch die Anhänger
Yazids den Höhepunkt der Trauer, wobei das Publikum dann
in die Trauergesänge einstimmt. Traditionell immer
wiederkehrende Kostüme und Farben lassen dem Zuschauer die
Figuren leichter erkennen. So tragen z.B. die
Ahl-ul-Bait (a.) und ihre Anhänger stets grüne Tücher
während die Anhänger Yazids immer rote Kopfbedeckungen tragen.
Die klassischen Trauerschauspiele [taziye] werden im Freien
aufgeführt. Einige besondere Bauten, wie der
Mir Tschaqmaq Gebäudekomplex in
Yazd
dienten dazu, dass Zuschauer auf mehreren Ebenen dem Geschehen
auf dem Marktplatz zuschauen konnten. Erst später wurden auch
Theater dafür errichtet.