Simurgh
ist ein Fabelwesen der persischen Mythologie mit Flügeln, das einem
Adler oder Falken ähnelte.Simurgh bedeutet auch König der
Vögel und soll
übernatürliche Kräfte haben. Seine "Herkunft" kann auf alte
Texte der
Zaroastrier zurückgeführt werden. Darin wird erzählt, dass der Simurgh
auf dem Baum aller Samen sitze, dem
Saena-Baum, und durch
Flügelschlagen bewirke, dass die Samen ausgestreut werden, woraufhin
sie durch Wind und Regen auf der Erde verbreitet würden.
Jüngeren Legenden zufolge ist Saena mit dem Vogel Simurgh aus
späterer Zeit gleichzusetzen.
Simurgh kommt unter anderem in
Faridudin Attars "Vogelgesprächen" vor. Dieses Epos
berichtet von Tausenden von Vögeln die sich auf den Weg
machen, einen König für ihr Königreich zu suchen. Sie
durchkreuzen sieben Täler mit jeweils unterschiedlichen Namen
und Besonderheiten. Nach und nach geben einige Vögel auf,
einige entscheiden umzukehren und andere haben andere
Ausreden. Am Ende bleiben 30 Vögel übrig. Als die verbliebenen
Vögel das Ende der Reise erreichen erkennen die Vögel im
gefundenen König ihre eigene Identität; Attar benutzt dabei
ein Wortspiel, denn der Name des Vogelkönigs "Simurgh"
bedeutet im Persischen "dreißig Vögel" wenn man es in zwei
Worten "si murgh" schreibt. So stellen die Vögel fest, dass
sie allesamt nur teil eines ganzen Einheitlichen sind.
In
Ferdowsis
Schahname spielt
ein ähnlicher Vogel mit übernatürlichen Kräften in der
Geschichte von
Zaal und seinem Sohn
Rustam eine wichtige Rolle.
Zuweilen repräsentiert der Simurgh das unerreichbare Ideal des
Menschen.
Imam Chomeini verwendet in seinem Buch "Die Geheimnisse
des Ritualgebets" das
persische Sprichwort: "Simurgh lässt
sich nicht fangen, falte das Fangnetz zusammen“. Es hat
Hafiz
die Bedeutung: "Es ist ein sinnloses Mühen, das Netz wird
nur Luft einfangen zu wollen."