Ali Schariati
Ali Schariati

Aussprache: aliy schariyati
arabisch:
علي شريعتي
persisch:
علی شريعتی
englisch:
Ali Shariati

1933 - 19.6.1977 n.Chr.

Bild: Gedenkkarte aus dem Iran zu Ehren Scharaitis

Ali Schariati war einer großer islamischer Publizist, Intellektueller und Soziologe. Seine Schriften galten als besonders beliebt bei der Jugend der Islamischen Revolution im Iran.

Er wurde 1933 in einem Vorort von Maschhad namens Mazinan als Sohn von Sohn von Aqa Muhammad Taqi Schariati geboren.

Aus einer Familie geistlicher Gelehrtheit und Opposition gegen das Schah-Regime kommend, studierte Schariati zunächst an der Pädagogischen Hochschule in Maschhad bis zum Abschluss als B.A., wechselte dann für fünf Jahre an die Sorbonne in Paris und studierte dort Soziologie und islamische Geschichte. Dort schrieb er auch seine Doktor-Arbeit. Er nahm aktiv in den intellektuellen Debatten um Marx und Freud, um Bergson, Sartre und Camus, und zum Kolonialismus und Imperialismus während der algerischen Revolution Teil. Seine sich um den Kampf von Ideen, den politischen Kampf und ein neues Erziehungskonzept drehenden Schriften hatten großen Einfluss auf die jungen Intellektuellen des Iran und erleichterten Vielen den Zugang zur islamischen Bewegung.

Er wurde 1965 an die Universität von Maschhad berufen, erregte durch seine Lehrweise vielfachen Anstoß und quittierte die dortige Position. Zwischenzeitlich lehrte er auch in Teheran und wurde auch mehrfach verhört und ins Gefängnis gesteckt (siehe Foto links). Seine Freilassung erfolgte immer nur unter Auflagen, sich nicht politisch zu betätigen. Das war ihm unmöglich.

Schariati gehörte zu den weitsichtigen Persönlichkeiten, die noch in sehr jungen Jahren die besondere Rolle von Imam Chamene'i, den er persönlich kannte, erkannt hatte. Schariati nannte ihn immer ehrenvoll "mein Meister" [ustadam].

Er wandte sich nach England, wo er nach iranischen Angaben am 19. Juli 1977 vom iranischen Geheimdienst des Schah namens SAVAK ermordet wurde. Die Rolle des britischen Geheimdienstes dabei gilt bis heute als unklar. Sein Grab ist in Damaskus in der Nähe von Zainab bint Ali (a.) auf dem Zainabiyya-Gräberfeld, da der Schah eine Rückführung in den Iran verhindert hat. Seine Verwandten arrangierten die Beisetzung und auf seinem Grab wurde ein kleiner Schrein errichtet (siehe Fotos unten).

Zahlreiche seiner Schriften wurden auch ins Deutsche übertragen. Dazu gehören:

bulletHadsch
bulletDas Menschenbild im Marxismus, in anderen abendländischen Denkschulen und im Islam
bulletWo fangen wir an?
bulletFatima ist Fatima
bulletDie vier Gefängnisse des Menschen
bulletZur westlichen Demokratie
bulletExploration und Raffinierung der kulturellen Quellen
bulletZivilisation und Modernismus
bulletJa so war es Bruder
bulletJa, so war es Bruder Schariati (Sammlung der drei Bücher: Ja, so war es Bruder, Die vier Gefängnisse des Menschen, Wo fangen wir an)

Siehe auch Bildergalerie zum Schrein des Ali Schariati.