Akbar Haschemi Rafsandschani ist ein
Geistlicher und Aktivist der ersten Stunde der
Islamischen Republik Iran und war zwei Legislaturperioden
Staatspräsident.
Er wurde am 25.8.1934 in Bahraman geboren.
Sein Geburtsname Akbar Haschemi Bahramani (aus Bahraman) wurde
nach der Namensreform des Schah geändert.
Rafsandschani
absolviert ab ca. 1948 seine Ausbildung an der theologischen
Hochschule in
Qum
und wurde zum
Hudschat-ul-Islam. In jener Zeit lernte er
Imam
Chomeini kennen und nahm auch an seinen
Unterrichtseinheiten teil. Während des Schah-Regimes war er
mehrmals im Gefängnis und seit 1977 an der Planung zum Sturz
des Schah beteiligt. Nach dem Sturz des Schah war er von 1979
bis 1980 Mitglied im Revolutionsrat und von 1980 bis 1989
Parlamentspräsident. Von 1989 bis 1997 war er Staatspräsident.
Er durfte nach zwei Amtsperioden verfassungsgemäß nicht
unmittelbar wieder kandidieren.
Am 28. Juli 1989 wurde er zum Staatspräsidenten gewählt und
trat dieses Amt als Nachfolger von
Imam
Chamene'i an. Bei den Wahlen vom 13. Juni 1993 wurde er in
seinem Amt bestätigt. Rafsandschani übte zugleich das Amt des
damals noch existierenden Amtes des Ministerpräsidenten aus.
Inneriranische Kritik ist zumeist auf den Reichtum seiner
Familie fokussiert, die allerdings auch vor seinem Amtsantritt
bestand.
In 2005 trat er erneut zu den Präsidentschaftswahlen an,
erhielt aber in der notwendig gewordenen Stichwahl am 24. Juni
2005 weniger Stimmen als
Ahmadinejad.
Nach den
Präsidentschaftswahlen 2009 in der
Islamischen Republik Iran wurde er verdächtigt, sich gegen
den
Statthalter der Rechtsgelehrten [waliy-ul-faqih] gestellt
zu haben. Kurze Zeit darauf hörte er auf
Freitagsgebete [salat-ul-dschuma] zu leiten. Am 8.3.2011
trat er nicht mehr an als Kandidat zum Vorsitz der
Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan], den er zuvor
bekleidet hat, da als Gegenkandidat
Ayatollah Mahdawi-Kani angetreten war und er wusste, dass
er klar unterliegen würde.