Die Schlacht von Qadisiyya (Kadesia)
im Jahre 636 n.Chr. (nach manchen Angaben zwischen 634-640)
war neben der
Schlacht von Yarmuk im gleichen Jahr einer der
Meilensteine im Rahmen der Absicherung des islamischen
Gebietes gegen Bedrohung durch Außen. Der Sieg der
Muslime über die Perser führte zum Ende des persischen
Sassanidenreiches in dessen Anschluss die meisten Perser den
Islam
annahmen.Die Perser, deren Reich durch einen langen und
blutigen Krieg mit
Byzanz
sehr geschwächt war, wollten ihre territoriale und
strategische Position durch einen energischen Schlag gegen die
Muslime stärken. Dabei fühlen sich die Perser überlegen,
da sie technisch erheblich entwickelter waren, als die
Muslime in ihrer Anfangsphase.
Breits in 634 führten die Perser in der "Schlacht an der
Brücke" bei Kufa eine erste testweise Attacke durch, die ihnen
Aufschluss über die Waffentechnik der
Muslime geben sollte. Motiviert durch die vergleichsweise
primitive Ausrüstung der
Muslime führte Rostam Farrokhzad, der Reichsfeldherr des
Großkönigs
Yazdegerd III., eine große Armee von angeblich rund
100.000 Mann über den
Euphrat nach Qadisiyya.
Auf der Gegenseite hatte
Kalif
Umar ibn Chatab entsandte auf Anraten von
Imam Ali (a.) ihm eine Reiterarmee mit 25.000-30.000
Muslimen unter dem Befehl von
Saad ibn Abi Waqqas den Angreifern entgegen. In der Truppe
sollen auch 70 Veteranen der
Schlacht
von Badr zugegen gewesen sein.
Im Vorfeld der Schlacht hatte
Umar ibn Chatab wiederum auf Anraten von
Imam Ali (a.) eine Delegation von 14 Abgesandten unter der
Leitung von Numan ibn Maqran zu
Yazdegerd III. geschickt, um diesen zum
Islam einzuladen. Die Abgesandten
mussten sich zahllose Beleidigungen durch
Yazdegerd III. bis
Mughira ibn Zurara ihm sachlich entgegnete. Auch Asim ibn
Umar musste eine Entwürdigung entgegen nehmen. Die Abgesandten
kehrten ohne Friedenserfolg zurück.
Der Kriegsablauf der Schlacht von
Qadisiyya wird je nach Blickwinkel unterschiedlich
geschildert. Den Reitern der
Muslime standen Kriegselefanten der Perser entgegen. Die
Kämpfe dauerten wohl drei Tage, bis
Saad ibn Abi Waqqas seine Taktik änderte und Bogenschützen
gegen die Kriegselefanten einsetzte. Damit soll es erstmalig
gelungen sein, Breschen in die Reihen der Perser zu schlagen.
In manchen Erzählungen tritt dann ein Wüstensturm auf, der den
verbliebenen Elefanten der Perser mehr zusetzt, als den
Pferden der
Muslime, so dass Letztere einen entscheidenden Vorteil
erringen können.
Rostam Farrokhzad versuchte letztendlich zu fliehen, wurde
aber von den
Muslimen getötet. Die Versulte auf Seiten der
Muslime werden mit ca. 6000 angegeben. Die Verluste der
Perser sind nicht dokumentiert.
Saad setzte den fliehenden Persern nach, woraufhin
Yazdegerd III. angeblich den
Muslimen das gesamte Gebiet westlich des
Tigris
angeboten haben soll.
Saad aber hat den Befehl, die Gefahr eines Folgenangriffs
zu minimieren. Daraufhin musste
Yazdegerd III. seine Residenz in Ktesiphon aufgeben und
sich nach Osten fliehen. Seither ist Mesopotamien unter
Herrschaft der
Muslime.
Sechs Jahre später, 642 n.Chr., gelang den
Muslimen schließlich in der Schlacht bei Nehawend die
faktische Zerschlagung des Sassanidenreichs.
Yazdegerd III. wurde neun Jahre später im Ostiran
ermordet.
Die Schlacht von Qadisiyya
wurde von Saddam propagandistisch als Vorbild für die Invasion
Chuzestans 1980 verwendet, die am Anfang des
Irak-Iran-Krieges stand. in der Folge verlor Saddam nicht
nur seine eroberten Gebiete, sondern auch sein eigenes Leben
und ist faktisch mit dafür verantwortlich, dass der
Irak
von den USA besetzt wurde.