Der Liebeserweis [tawalla] ist eine der zehn Pflichten der
Zweige der Religion [furu'ad-din]. Damit ist die Liebe zum
Propheten Muhammad (s.) und seine
Ahl-ul-Bait (a.) gemeint, die jeder Muslim mit einem
Segnungs-Bittgebet [salawat] in seinem
Ritualgebet grüßen muss, damit sein
Ritualgebet gültig ist. Der Liebeserweis [tawalla] geht
auf den
Verse
42:23 im
Heiligen Qur'an zurück in dem es heißt:"Das ist die
Frohbotschaft, die Allah seinen Dienern, die glauben und die
guten Werke tun, verkündet. Sprich: Ich verlange von euch
keinen Lohn dafür, es sei denn die Liebe zu den Verwandten.
Und wer ein gutes Werk tut, dem schenken Wir dafür noch mehr
Gutes. Gott ist voller Vergebung und zeigt sich erkenntlich."
Die unmissverständliche Aufforderung des
Propheten Muhammad (s.) seine auserwählte Verwandtschaft,
die
Ahl-ul-Bait (a.) zu lieben, kommt in vielen
Qur'an-Übersetzungen ins Deutsche nicht zur Geltung. Jene
Liebe wird als Frohbotschaft verstanden. Durch den
Textvergleich des obigen
Verses
mit anderen ähnlich lautenden
Versen
wird in
Auslegungen [tafsir] gefolgert, dass die Aufforderung zu
jener Liebe auch eine Ermahnung für die ganze Menschheit ist
(vgl. 6:90), und diejenigen, die jene Liebe ablehnen,
letztendlich Gefahr laufen, den Glauben zu verstoßen
(11:29) oder zu Heuchlern zu werden (38:86). Die Liebe zu den
Ahl-ul-Bait (a.) ist der Weg zu seinem Herrn (25:57).
Der Liebeserweis [tawalla] führt folgerichtig zur
Lossagung [tabarra] von denjenigen, die diese Liebe
bekämpfen.