Irenäus von Lyon
  Irenäus von Lyon

Aussprache:
arabisch:
persisch:
englisch:
Irenaeus of Lyon

??? - ??? n.d.H.
135 - 202 n.Chr.

Irenäus von Lyon war Bischof in Lugdunum in Gallien im 2. Jh. n.Chr.. Obwohl er eine der Dreieinigkeit widersprechende Theologie vertrat, wird als Heiliger verehrt.

Er legte frühzeitig die Grundlagen des damaligen Christentums fest: "Die Kirche erstreckt sich über das ganze Weltall bis an die äußersten Grenzen der Erde. Sie hat von den Aposteln und ihren Schülern den Glauben empfangen, den Glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde und der Meere und alles was in ihnen ist, und an den einen Christus Jesus, den Sohn Gottes, der, um uns zu erlösen, Fleisch angenommen hat, und an den heiligen Geist, der durch die Propheten die Heilsordnung Gottes verkündet hat, ... seine Geburt aus der Jungfrau, sein Leiden, seine Auferstehung von den Toten und die leibliche Himmelfahrt unseres lieben Herrn Christus Jesus und seine Wiederkunft vom Himmel in der Herrlichkeit des Vaters..."

Dennoch vertrat er eine kritische Haltung gegenüber der Dreieinigkeit, was auch mit seiner gnostischen Ausrichtung in Verbindung stand. Schon früh studierte er auch in damals in Betracht gezogenen Evangelien, wie dem Judasevangelium. Als bekanntestes Zitat des Irenäus gilt der Satz: "Das Leben im Menschen ist die Herrlichkeit Gottes, das Leben des Menschen ist die Schau Gottes."

Um bei seiner Kritik gegenüber der Dreieinigkeit nicht all zu deutlich anzuecken, zieht er es vor vom Sohn und vom Geist als die beiden "Hände Gottes" zu sprechen.

Irenäus beschreibt Jesus (a.) als Erlöser. Er sieht Jesus (a.) als den neuen Adam. Und er zieht als erster bekannter Theologe einen Vergleich zwischen Eva (a.) und Maria (a.). Zu den später als kanonisch eingestuften Schriften, verwendete er auch den 1. Clemensbrief und den Hirt des Hermas. Er gilt zudem als einer der ersten, der die vier später als kanonisch eingestuften Evangelien als "göttlich inspiriert" bezeichnete.