Ibn Abbas
  Ibn Abbas

Aussprache: ubaydullah ibn  abbaas
arabisch:
عبیدالله ابن عباس
persisch:
عبیدالله ابن عباس
englisch: I
bn Abbas

-3 v.d.H. - 68 n.d.H.
619 - 687 n.Chr.

Ubaidullah ibn Abbas, bekannt als "Ibn Abbas", war ein Cousin des Propheten Muhammad (s.). In vielen Quellen wird er auch "Abdullah ibn Abbas" genannt. Er wurde 3 Jahre v.d.H. (619 n.Chr) in Schib bei Mekka geboren und starb 68 n.d.H. (688 n.Chr.) in Taif. Er gilt als oft zitierter Überlieferer [rawi].

Er war der Sohn von Abbas ibn Abd-ul-Mutallib und Umm al-Fadhl Lubaba. Nach seiner Geburt brachte seine Mutter ihn zum Propheten Muhammad (s.), der ein wenig von seinem Speichel an die Zunge des Neugeborenen geführt haben soll.

Ibn Abbas überlieferte viele Einzelheiten aus dem Leben des Propheten Muhammad (s.). Nach manchen Überlieferungen war er zudem ein Hafidh.

Nach dem Ableben des Propheten Muhammad (s.) gehörte er zu denen, die die Aussprüche Muhammads (s.) bewahrten und verbreiteten. Er gehört zu jenen Überlieferern [rawi], welche die Ereignisse und den Tag des Donnerstagsunglücks überliefert haben.

In der Zeit des Kalifats von Imam Ali (a.) soll es ihm gelungen sein, eine große Schar der abtrünnigen Chawaridsch von der Rebellion gegen Imam Ali (a.) abzuhalten.

In der Zeit des Kalifats von Muawiya ibn Abu Sufyan und Yazid ibn Muawiya schwor er jenen zwar den Treueid, sein Verhalten lässt aber vermuten, dass er sonst umgebracht worden wäre, so dass es dann möglicherweise eine erlaubte Verstellung [taqiyya] gewesen wäre. Jedenfalls bleibt seine Huldigung für die Umayyaden unklar.

Aus seinen Nachkommen über seinen Sohn Ali entstammen die Abbasiden, die ihre Legitimität auf seinen Vater zurückführen. Er hatte auch eine Tochter namens Lubaba.

In der Übertragung von Überlieferungen gilt er sowohl bei Schiiten als auch bei Sunniten als glaubwürdig. Allerdings gilt das nur für Überlieferungen, die tatsächlich von ihm stammen, zumal unter seinem Namen einiges veröffentlicht wurde, was nicht von ihm stammen kann. Die Forschung diesbezüglich gilt als eine der ersten Überlieferungskritiken. So wird z.B. zuweilen behauptet, dass er die Ansicht des Überlieferungsverbots vertrat, was aber angesichts seines Lebenslaufs nicht sein kann.