Muhammad Abdul Karim Grimm war einer der bedeutendsten
deutschen
Muslime der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.Er ist 1933
geboren und nahm als junger Ringkämpfer (Europameister 1956)
den
Islam an.
Anfang der 60er-Jahre stand er in einem winzigen
Moschee-Häuschen an der Bornstrasse nahe der Hamburger Uni den
Brüdern aus aller Welt als Imam zur Verfügung. Darüber hinaus
half er den türkischen Brüdern beim Erwerb des Hammonia-Bads -
heute Merkez Cami - in der Böckmannstrasse 40 nahe dem
Hamburger Hauptbahnhof. Er war einer der ersten in
Deutschland, der einen Prozess für die Einräumung der
Erlaubnis zur
Schächtung führte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als
Seemann, Chiropraktor und Heilpraktiker.
Nachdem Abdul Karim Grimm ca. sieben Jahre lang verwitwet
allein für seine Kinder gesorgt hatte, kam seine Tochter
Nadija auf die Idee die bei den deutschsprachigen Muslimen
aufgrund ihrer zahlreichen Aktivitäten bekannte Fatima den
Vorschlag zu machen, von München nach Hamburg überzusiedeln
und ihren Vater zu heiraten. Fatima Grimm (1960 Muslima
geworden) kam mit ihrem noch in den Anfängen steckenden
"Bavaria-Koran"-Projekt im Gepäck in die Stadt an der Alster
und fand überall liebevolle Aufnahme. Fatima Grimm ist Autorin
mehrerer Bücher.
Beide haben sich in islamischen Gemeinden, leiteten einen
eigenen Gesprächskreis und saßen im Vorstand der Deutschen
Muslim-Liga e.V.. Zudem war Abdulkarim Grimm sehr aktiv im
Islamischen Zentrum Hamburg. Er war auch Vorsitzender der
Deutsche Muslim-Liga e.V. Hamburg.
Am 1.2.2009 kehrte er nach langer Krankheit zu seinem
Schöpfer zurück und wurde am 4.2.2009 im
Friedhof Ohlsdorf Hamburg
auf dem muslimischen Areal bei Kapelle 13 beigesetzt. Siehe
dazu auch
Bildergalerie zum Friedhof Ohlsdorf.
Seine sehr umfangreiche
Bibliothek mit sehr seltenen Werken aus der Geschichte des
Islam
in Deutschland und sehr alten Originalen
Qur'an-Übersetzungen ins Deutsche vermachte er vor seinem
Ableben dem
Islamischen Zentrum Hamburg.
In seinem Gartenhäuschen hatte er sich mit Geschenken
aus aller Welt, darunter auch eine
Gebetsnische [mihrab] die die kleine
"Bauernrosenmoschee" eingerichtet.

1978