Nasser Chosrau war ein persischer Theologe, Dichter und
Philosoph. Er 1003 n.Chr. wurde in der kleinen Stadt Qobadian
in der Nähe von
Balch
geboren. Chosrau studierte u.a.
Auslegung [tafsir], Mathematik, Griechische Philosophie,
Astronomie, Geographie und war Amtsträger am Gerichtshof des
Seldschuken-Reichs.1045/46 begann er eine siebenjährige
ca. 20.000 km lange Reise durch die islamische Welt zunächst
mit der Absicht der
Pilgerfahrt [hadsch]. Er besichtigte viele Städte vom
Iran
bis in den
Sudan
und berichtete nach seiner Rückkehr 1052 ausführlich darüber.
In
Ägypten traf er den Kalifen Al-Mustansir aus der Dynastie
der
Fatimiden, der 1035-1085 n.Chr. regierte und gewann dort
einiges Ansehen.
Die Bücher von Nasser Chosrau sind auf Persisch geschrieben
und bieten einen Einblick in die theologischen Diskussionen
der Muslime im 11. Jahrhundert, insbesondere in das
Gedankengut der
Ismaeliten.
Als Autor hat Nasser Chosrau versucht die religiöse
Weisheit des
Islam
und die griechische Philosophie in Einklang zu bringen.
Nasser Chosrau ist wahrscheinlich um das Jahr 1080
gestorben, genau ist das nicht bekannt. Andere schreiben 1088
n.Chr.
Das Grab von Nasser Chosrau ist in der jetzigen
afghanischen Region Badakhshan, wobei auch viele
Sunniten sein Grab gerne besuchen.