Amwas bzw. das alttestamentarische Emmaus ist ein im
Evangelium des Lukas erwähnter Ort nahe
Jerusalem, aus dem einer der zwölf Jünger
Jesu
(a.) namens Kleopas stammt. In der frühen
islamischen Geschichte ist der Ort bekannt aufgrund der
tragischen
Pest in Amwas.
Die Lage der Ortschaft zur Zeit
Jesu
(a.) ist umstritten. Zwischenzeitlich hieß die Stadt unter
römischer Herrschaft Nikopolis, erhielt aber nach der
Eroberung durch
Muslime 17
n.d.H. (638n.Chr.) ihren alten Namen zurück. Im Folgejahr
18
n.d.H. (639 n.Chr.) kam es zu der großen
Pest in Amwas und der Aufgabe von großen Teilen der Stadt.
1961 lag die Stadt ca. 12 km
nordwestlich von Ramla und war eine von zumeist
Muslimen bewohnte Stadt mit 2000 Einwohnern, darunter auch
ca. 40
Christen, die eine Kirche behütet haben, die über dem Haus
des Kleophas errichtet wurde. Die Kirche wurde im Laufe der
Zeit mehrfach zerstört. An der Westseite der Stadt befand sich die
Grabstätte von
Abu Ubaida ibn Dscharra.
Während des Sechstagekrieges
wurde die Stadt am 7.7.1967 besetzt und die gesamte
Bevölkerung vertrieben. Die Stadt wurde auf Befehl von Yitzhak
Rabin vollständig zerstört. Den vertriebenen Einwohnern wurde
die Rückkehr verweigert. So existiert der Ort heute nicht mehr
und ist Gegenstand von Ausgrabungen. Unter der Grabstätte von
Abu Ubaida ibn Dscharra wurde in den letzten Jahren ein
römisches Badehaus freigelegt.
Emmaus ist zudem eine
karitative Bewegung, die 1949 von Abbé Pierre in Frankreich
ins Leben gerufen wurde.